Ueberlegungen zur Energieerzeugung ---------------------------------- 2026-05-09 Schauen wir uns mal die Situation der Energieerzeugung an. Zunaechst die Praemissen: - Wir stimmen zu, dass wir aus Klimagruenden komplett auf erneuerbare Energiequellen umsteigen muessen. (Falls wir dem nicht zustimmen wuerden, waere der Fallback, das wir die Gesetzeslage und die gerichtlichen Urteile dazu akzeptieren, die uns dazu zwingen. Wuerden wir das nicht, dann verstoessen wir gegen das Grundgesetz und die Rechtstaatlichkeit.) - Wir stimmen zu, dass wir unsere Energieversorgung selbst in die Hand nehmen wollen und nicht durch eine Machtueberlegenheit unsererseits auf andere abwaelzen wollen. - Wir suchen eine rational sinnvolle Loesung. Situationsanalyes: - Es gibt verschiedene Arten von erneuerbaren Energien: Solar, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie sollten die wichtigsten Quellen sein. - Alle Energiequellen, auch wenn es erneuerbare sind, haben Nachteile, also Kosten (nicht finanzieller Art). - Die verschiedenen Energiequellen sind unterschiedlich effizient, zeigen unterschiedliches Erzeugungsverhalten und haben unterschiedliches Mengenpotenzial. Ich betrachte die Situation in Deutschland. (In anderen Laendern sieht es teilweise deutlich anders aus.) - Das Potenzial von Wasserkraft ist weitgehend ausgeschoepft. An Fliesswasserkraftwerken ist wenig mehr moeglich, zumal die oekologischen Kosten stark steigen. (Bei Pumpspeichern noch mehr.) An Gezeitenkraftwerken wird wohl auch nicht so viel mehr Potenzial sein. Hier ist also nicht viel mehr moeglich. - Biomasse ist ebenfalls recht begrenzt. Sie konkurriert mit Nahrungsmitteln und erzeugt Monokulturen. Es scheint wenig sinnvoll, diese Energiequelle weiter auszubauen. Entscheidend ist viel mehr ihre zeitflexible Erzeugung, die, im Gegensatz zu den meisten anderen erneuerbaren Energiequellen, menschlich gesteuert werden kann. - Geothermie ist teuer und nicht ueberall gut nutzbar, aber dafuer eine konstante Energiequelle. Eine Umwandlung in Strom ist eher ineffizient. Die Waerme sollte moeglichst direkt genutzt werden. Bleiben noch die zwei gut skalierbaren Hauptenergiequellen: Solar und Wind. - Windenergie liefert einen groesseren Beitrag als die Solarenergie, vor allem auch im Winter, wo Energie zum Heizen gebraucht wird. Ohne Windenergie wird es nicht gehen. Auch wenn der Wind nicht ueberall gleich viel und stark weht, kann ganz Deutschland zur dezentralen Windenergieerzeugung genutzt werden. Der Flaechenverbrauch ist klein. Es gibt Auswirkungen auf Voegel, Fledermaeuse und Menschen, jedoch sind diese verhaeltnismaessig gering und gut in den Griff zu bekommen. Das Recycling von Windraedern ist eine Schwierigkeit. - Solarenergie gibt es in zwei Varianten: Solarthermie und Photovoltaik. Im Vergleich zur flexiblen Nutzbarkeit des Photovoltaik-Stroms ist die Solarthermie nur fuer eine Sache gut: Wasser zu erwaermen. Diesen einen Fall kann sie im Winter besser als PV mit Waermepumpe, in allen anderen Faellen und im Sommer ist die Photovoltaik ueberlegen. Die Ressourcen von Solarthermie sind allerdings nur Rohre (und ggf. Glas), das ist ein Vorteil bei den Ressourcen und dem Recycling, der allerdings das einschraenkte Potenzial der Technologie nicht ausgleicht. - Die Photovoltaik ist im Sommerhalbjahr tagsueber die perfekte Energiequelle. Sie hat hohe Ertraege, kann gut skalieren, ist sehr flexibel baubar, und kann in Verbindung mit Akkus die Energie des Tages auch in die Nacht verschieben. Die Ressourcen von PV-Anlagen muessen zwar einmal beschafft werden, koennen dann aber recht gut recyclt werden. Auch Akkus, die unweigerlich mit PV-Anlagen verbunden sind, koennen gut recyclt werden und enthalten heutzutage keine problematischen Rohstoffe mehr. Allerdings stellt die schiere Rohstoffmenge eine Schwierigkeit dar. PV-Anlagen beduerfen keiner zusaetzlichen Flaeche. Man kann sie in einfacher und flexibler Weise auf Daechern, an Fassaden, an Zaeunen und Mauern anbringen, also an bereits existierenden Bauwerken und versiegelten Flaechen. Ihre Dezentralitaet und Flexibilitaet sind hervorragend. Loesungsideen: - Der offensichtlichste Loesungsschritt zu einer erneuerbaren Energieversorgung ist das Belegen moeglichst aller Bauwerke und versiegelter Flaechen mit Photovoltaik. Ist das einmal geschafft, kann es durch Recycling mit kleinem Neueintrag von Ressourcen aufrecht erhalben werden. Abgesehen von den richtigen Wintermonaten koennen wir damit einen Grossteil des Energieverbrauchs decken. Die Verlagerung vom Tag in die Nacht erfolgt ueber Akkus, zu denen auch E-Autos und Warmwasserspeicher gehoeren. Ich sehe keine rationalen Gruende, dies nicht zu tun. Die dezentrale Erzeugung bedient den dezentralen Verbrauch. Es wird kein grosser Netzausbau noetig sein, da Energie dort erzeugt wird, wo sie verbraucht wird, naemlich auf der kompletten Landflaeche. Die Anlagen sollten vorrangig auf bestehenden Baustrukturen angebracht werden, da diese sowieso schon da und ihre Aussenflaechen ungenutzt sind. Optisch ist es nur eine Geowehnungssache. - Windenergie als essizielle Energiequelle im Winter muss flaechig ueber das ganze Land verteilt gebaut werden. Sie ist noetig, um dann zu liefern, wenn die PV schwaechelt, vor allem im Winter. In ihrem Produktionsverhalten ergaenzen sich Wind und Solar sehr gut. Das Recyclingthema muss angegangen werden, um eine dauerhafte Aufrechterhaltung mit minimalem Neueintrag von Ressourcen zu ermoeglichen. - Biomasse muss als Notreserve genutzt werden, da sie zeitlich flexibel eingesetzt werden kann. Dazu muessen die Biomassespeicher wachsen und der Betrieb flexibler werden, das scheint mir machbar zu sein. Diese Energiequelle ist wertvoll weil sie besonders ist. Sie muss zielgenau eingesetzt werden, was vor allem bedeutet, bei Bedarf einspringen zu koennen. - Fliesswasserkraftwerke werden einfach laufen und ihren Teil beitragen. Pumpspeicherkraftwerke werden nach Bedarf eingesetzt werden. In Deutschland werden sie zunehmend an Bedeutung verlieren, gegenueber den Akkus. - Es muss ein Anreiz vorhanden sein, PV auf moeglichst viele bebaute und versiegelte Flaechen zu bringen. Unternehmen reizt dabei eine Rendite; Privatpersonen eher interessante Moeglichkeiten ohne Buerokratie. - Es muss ein Anreiz fuer dezentrale Akkus geben, die sich so verhalten, dass moeglichst wenig Verteilnetzausbau noetig ist und die Stromerzeugung und der -verbrauch gut uebereinander gebracht werden. - Es muss einen Anreiz fuer dezentrale, moeglichst lokale Windenergieerzeugung geben. - Die Energieerzeugung muss am Winter ausgerichtet werden. Im Sommer wird durch die Photovoltaik massig zu viel Energie erzeugt werden. Das wird abgeregelt werden muessen, oder man nutzt die ueberschuessige Energie zur Wasserstoffelektrosyse. Die kann dann auch ineffizient sein, da sehr viel ueberschuessige Energie vorhanden sein wird. - Energieintensive Prozesse werden vom Winter in den Sommer verlegt werden muessen, um sie dann durchzufuehren, wenn viel Energie vorhanden ist. D.h. die Industrie muss sich von ihrem jahreszeitunabhaengigen Denken loesen und (wie beispielsweise die Landwirtschaft) in einen Jahreszeitrhythmus kommen. Es wird Taetigkeiten und Werke geben, die nur noch im Sommer laufen (wie die Aluminiumherstellung), andere dafuer, die vor allem im Winter gemacht werden (wie der Betrieb von Biomassekraftwerken). - Auch aller anderer Energieverbrauch wird sich der Produktion anpassen muessen. Dies fuehrt uns zurueck in die Zeiten, als der Mensch nach den Jahreszeiten gelebt hat. Es ist sinnvoll, dies auch in Zukunft wieder so zu tun. ... und meiner eigenen Meinung nach ist das auch generell sinnvoll und tut uns Menschen gut.