2026-04-05 gesellschaftsanalyse Ein beschissenes Spiel Keine guten Wahlmoeglichkeiten Stell' dir vor, du spielst mit einer Gruppe Menschen ein Spiel. Nach und nach wird dir klar, dass alle bescheissen. Es wird nicht nach den Regeln gespielt, obgleich dies alle vordergruendig be- tonen. Es stellt sich heraus, dass dies Teil des Spiels ist; es ist kein Spiel nach Regeln, sondern ein Spiel, die Regeln zu un- terwandern. Das nicht zu tun, bedeutet, du begreifst das Spiel nicht und wirst nicht erfolgreich sein. Manche Menschen haben Spass daran, die Regeln zu unterwandern. Manche Menschen akzeptieren was immer gerade noetig ist. Wer aber verlaessliche Regeln sucht, an die man sich halten kann, wer Fairness, Rechtschaffenheit und Transparenz sucht, der wird bei diesem Spiel nicht gluecklich werden. Ich bin die letzte Person, das Spiel aber ist das Leben. Die Welt ist voller Luege und Betrug und Show. Diese Dinge sind nicht die Ausnahme, sondern der Normalfall. A. hat gesagt, man solle sich einbringen statt auszusteigen. Dies erfordert, dass man etwas aendern kann. Das ist wie in dem beschriebenen Spiel die Leute dazu zu bringen, die Regeln nicht mehr zu unterwandern ... obgleich das fuer sie das Prinzip des Spiels ist. In einem Spiel der Show und Manipulation wuerde solch ein Versuch nur wiederum als Show und Manipulation verstanden werden. Wenn man niemandem trauen kann, kann man niemandem trauen. Ich sehe keinen Weg, das Spiel zu aendern, ausser es so sehr zu stoeren, dass es nicht mehr fortgesetzt werden kann ... also nur Wege, die anderen in irgendeiner Weise schaden und auch kaum als konstruktiven Beitrag zu einem besseren Spiel fuer alle angesehen werden duerften. Eine wirkliche Moeglichkeit, ein anderes Spiel zu spielen, gibt es nicht, da es sich hier um das Leben handelt, dem man nicht entfliehen kann. Am ehesten dem gleich kommt auszusteigen, also sinngemaess innerhalb des Spiels in einer Ecke als Kleingrupe ein eigenes Spiel im Spiel nach eigenen Regeln zu spielen und das grosse Spiel bestmoeglich zu ignorieren. Wir haben zwar eine Demokratie, doch nur eine begrenzte Anzahl an Wahloptionen, die sich aehneln ... sie alle sind Teil des regel- nunterwandernden Spiels. Das ist wie im Kolonialismus zu sagen, dass das ausgebeutete Land sich seine Kolonialmacht aussuchen ko- enne -- wie wenn das sein Problem loesen wuerde. Diese Wahl ist halt insofern nutzlos, weil es keine Wahloption gibt, die den Ko- lonialismus beendet. Und auch wenn es theoretisch moeglich ist, eine solche Option selber aufzubauen, so ist das praktisch unmoeglich, da alle Machtfuelle im System das verhindern wird. Wenn man das Denken formt und die verfuegbare Information auswaehlen, bremsen und verstaerken kann und damit die Wahrnehmung und Meinung beein- flusst, dann steuert man auch was praktisch moeglich ist. Das alles ist so weil der Mensch wohl so ist. Es wird kein gutes Leben fuer alle geben weil wir uns selbst im Weg stehen ... weil Konkurrenz und Kampf und Ausbeutung und Krieg und Egoismus ``er- folgreicher'' zu sein scheinen. Man wird sich damit abfinden muessen, dass dieses gute Leben fuer alle , das an sich problemlos moeglich und fuer alle besser waere, nicht passieren wird. Das Leben wird immer so scheisse sein wie es derzeit ist (von marginalen Unterschieden abgesehen). (Wer es derzeit nicht scheisse findet, ist entweder blind oder fantasielos.) Wenn man keine Lust auf auf dieses Spiel hat, bleiben einem nur drei Moeglichkeiten: (1) Sich abzulenken, um die Scheisse nicht anzuschauen, obgleich man mitspielt (als Gewinner oder als Ver- lierer). (2) Auszusteigen, um inmittel der Scheisse ein eigenes kleines Spiel zu versuchen (was auch eine Art von Wegschauen ist). Oder (3), nicht mehr am beschissenen Spiel teilzunehmen, was jedoch das Ende des eigenen Lebens bedeutet. -- Also gibt es keine einzige gute Option. Die Beste waere gewesen, nie zu begreifen, dass das Leben, das die Menschen auf der Erde gestalten, scheisse ist. Die Naivitaet ist das einzige Glueck! ... aber sie macht die Welt natuerlich auch nicht besser. http://marmaro.de/apov/ markus schnalke