2021-07-19 gesellschaftsanalyse Alternativen gleichwertige Wahlmoeglichkeiten Ein Informatiker, der nur Java kennt, hat einen zwangslaeufig sehr begrenzten Blick auf die Informatik. Sowas wie ein sed- Programm, Pointerspielereien in C, Problembeschreibungen in Pro- log, Rubys Objektorientierung, Haskells Typen, Tcls Syntax, usw. werden ihn sicherlich aus Unverstaendnis irritieren. Wie sollte er es auch verstehen koennen, wo er nie gelernt hat so zu denken; wo er nie gelernt hat wie diese Welten und Weisen funktionieren. Er kann dazu gar nicht in der Lage sein. Ein Deutscher, der nur Deutschland kennt, hat einen zwangslaeufig sehr begrenzten Blick auf die Welt. Sowas wie Grossstaedte in In- dien oder China, Repression in Belarus, Verschwindenlassen in La- teinamerika, Einklang mit der Natur bei Urvoelkern, Ressourcen- verschwendung in Dubai, usw. werden ihn sicherlich aus Unver- staendnis irritieren. Wie sollte er es auch verstehen koennen, wo er nie gelernt hat so zu denken; wo er nie gelernt hat wie diese Welten und Weisen funktionieren. Er kann dazu gar nicht in der Lage sein. Ein junger weisser Mann, der eine christlich gepraegte sexuell- exklusive heteronormative Ehe fuehrt, die seine erste richtige Beziehung ist, hat einen zwangslaeufig sehr begrenzten Blick auf Partnerschaften. Sowas wie -- -- -- werden ihn sicher aus Unver- staendnis irritieren. Wie soll er es auch verstehen koennen, wo er nie gelernt hat so zu denken; wo er nie gelernt hat wie diese Welten und Weisen funktionieren. Er kann dazu gar nicht in der Lage sein. Fast jeder Informatiker wird mit zustimmen, dass ein Programmier- er, der nur eine einzige Programmiersprache kennt, sehr beschraenkt ist in seiner Wahrnehmung, seiner Bewertung und seiner Faehigkeit, gute und passende Programmierumsetzungen zu erstellen. Viele Menschen werden mir zustimmen, dass jemand, der nur Deutschland kennt, sehr beschraenkt ist in seiner Wahrnehmung, seiner Bewertung und seiner Faehigkeit, gute und passende Zu- kunftswege fuer die Welt zu finden. Nur wenige werden mir aber zustimmen, dass jemand, der nur eine einzige Form der Beziehungsgestaltung kennt und diese nur mit einer einzigen Person gelebt hat, sehr beschraenkt ist in seiner Wahrnehmung, seiner Bewertung und seiner Faehigkeit, Partner- schaften gut und passend zu gestalten. -- Warum? * * * Diese Gedanken sind die Folge vieler Einfluesse ueber viele Jahre. Aktuell belebt worden sind sie durch Margarete Stokowskis Buch ``Untenrum frei'', Gespraeche mit Lydi und dadurch, dass ich heute rennen war. Wir koennen nur dann eine gute Form finden, wenn wir wissen was zu uns passt. Das erfordert die Kenntnis von Alternativen und die Existenz einer Wahlmoeglichkeit. (Noetig ist auch die Moegli- chkeit, sich neu entscheiden zu koennen, wenn sich das Leben aen- dert.) Dazu muessen wir andere Formen in gleichwertiger Weise kennenlernen und auch ausprobieren. Nur dann koennen wir uns bewusst und muendig fuer etwas entscheiden. Das christliche Partnerschaftsbild ist ein schlechtes, denn es entmuendigt uns. Es haelt uns Moeglichkeiten, eigene Entscheidungen und sogar das Wissen darueber vor. Es ist unter- drueckend ... gekleidet in eine Heiligkeit. Diese Heiligkeit ist toxisch. Sie erzeugt Tabus wo dringend geredet werden muesste. Sie erzeugt Scham wo Klarheit noetig waere. Sie erzeugt Entmuendigung und Unterordnung wo sich selbst finden das Ziel sein sollte. Sie gibt keine Wahl, sondern nur eine einzige Form vor. Wir brauchen das Wissen und die Kenntnis von Alternativen. Wir brauchen eine Entscheidungsfreiheit unter gleichwertig betra- chteten Alternativen. Wir brauchen einen klaren, unbelasteten, offenen Umgang mit allen Themen. ... Es sind lange Wege und einige Fehlschlaege noetig, zu so Erk- enntnissen. http://marmaro.de/apov/ markus schnalke